Aufgabe #4

Sei Dankbar

Eines der Dinge, an die ich mich sehr klar aus den schlimmsten Tagen meiner Depression erinnere, war dieses sehr starke Gefuehl, dass ich nichts hatte, wofuer ich dankbar sein konnte. Selbst da wusste ich, dass dieses Gefuehl keine Spiegelung der Wahrheit war. Ich hatte so vieles, wofuer ich dankbar sein konnte: eine liebevolle Familie, ein grossartiger Ehemann, ein Dach ueber meinem Kopf und vieles mehr. Doch ich sah die Dinge ganz anders. Ich konnte das, was ich hatte, nicht wuerdigen, obwohl ich es hatte.

Von meiner Perspektive aus fuehlte ich mich wie eine Person, die an Durst beinahe stirbt und doch all das Wasser, das ich jemals wollte oder brauchte, vor mir hatte: Ozeane, Schwimmbecken, Wasserfaelle, Fluesse, Wasserhaehne, Regen. Jede nur vorstellbare Form von Wasser. Das einzige Problem war diese furchtbar dicke Scheibe aus kugelsicherem Glass, die mich von allem trennte. Ich konnte schauen und wollen und ueber all die wunderbaren lebensspendenden Fluessigkeiten, die auf der anderen Seite der Scheibe waren, fantasieren, doch ich konnte mich nicht an ihnen erfreuen. Ich konnte nicht von ihnen trinken.

Es war ein schlimmes Gefuehl, das ueber Jahre anhielt.

Ich bin nicht sicher, wann ich zuerst von dem Konzept der Dankbarkeitsliste hoerte, doch ich entschied mich es auszuprobieren, nachdem ich eine Folge von Oprah sah. Nachdem ich die Hauptdinge aufgeschrieben hatte sah meine Liste ziemlich klaeglich aus. Um Wiederholungen zu vermeiden enthielt meine Liste manchmal Sachen wie Ich bin dankbar, dass das Wetter so gut ist heute oder Ich bin dankbar fuer diesen heissen, guten Kaffee. Nicht besonders beeindruckend, ich weiss, doch es funktionierte. Nachdem etwas Zeit verstrichen war bemerkte ich, wie sich meine Liste verbesserte. Ich fing an zu sehen wieviel ich wirklich hatte, wofuer ich dankbar sein konnte.

Und dann war eines Tages die “trennende Scheibe” verschwunden.

Unterschaetze die Macht der Dankbarkeit nicht. Du wirst niemals das bekommen, was Du wirklich willst, bis du wuerdigen kannst, was Du bereits hast. Ich vermute, dass Du, jeden Deiner Umstaende zum Trotze, bereits eine ganze Menge hast.

Versuche es und Du wirst sehen.

Aufgabe #4

Hole as Journal raus, das Du fuer Dich angelegt hast. Schreibe jeden Morgen fuenf Dinge auf, fuer die du dankbar bist und wiederhole den Prozess jeden Abend.

Wie du Deine Dankbarkeit in Worte fast ist Dir ueberlassen, doch es ist wichtig, dass Du ganze Saetze benutzst. In anderen Worten: liste nicht Sachen ausserhalb des Kontexts auf. Hier sind einige Beispiele, wie man Dankbarkeit ausdruecken kann:

  • Ich danke Gott fuer die liebende Unterstuetzung meiner Familie
  • Danke fuer meinen wundervollen Lebenspartner
  • Ich bin dankbar fuer den wunderschoenen Sonnenuntergang gestern Abend
  • Ich bin dankbar dafuer, dass ich wachse
  • Gott sei Dank erhielt ich den Brief in der Post

Du weisst, was gemeint ist. Fuehl Dich uneingeschraenkt in Deiner eigenen Wortwahl. Solange es ein ganzer Satz ist, der Dankbarkeit fuer etwas relativ Spezifisches ausdrueckt, wird es gut funktionieren.

Und wenn Dein Terminplan solcher Natur ist, dass Du diese Uebung nicht zweimal am Tag tun kannst, so kannst Du sie kombinieren und alle auf einmal machen. Das dauert nicht lange, doch ich bin der festen Ansicht, dass Du die zehn Dinge in mindestens zwei Sets pro Tag aufteilen solltest, wenn Du kannst. Eine andere gute Alternative ist es, alle zehn Dinge ueber den Tag zu verteilen. Halte Dein Journal bereit und notiere etwas, sobald es dir einfaellt.

Wie den Rest deines Journals so kannst Du die Liste unter Verschluss halten oder der Welt zeigen. Das ist dir ueberlassen. Der wichtigste Punkt ist, dass du diese Listen jeden Tag fuehrst.



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